Dienstag, 11. Januar 2011

Samstag, 27. November 2010

Meine letzte Woche...

So ihr Lieben, meine letzte Woche ist angebrochen. So schnell verging die Zeit, aber sie ist ja auch noch nicht vorbei. Heute habe ich frei und da Annemaries Internetaccount abgelaufen ist, hab ich mich aufgemacht ins Internetcafe - 5min Fussweg von der Klinik.
Was ist so in letzter Zeit passiert?
Also Ojok musste gezwungenermassen mit seiner Familie die Klinik verlassen. Die Mutter hat kaum Milch, vielleicht sogar garkeine und Kuhmilch ist hier verhaeltnismaessig teuer. Sein Schicksal? Nicht sehr berauschend. Ich bin sehr traurig ueber diese Umstaende, aber es ist nicht der einzige Fall, einer von vielen solcher Schicksale. Leider kann ich ja nicht alle Kinder mit nach Deutschland bringen.
Ojok haette ich gern mitgenommen.

Seit gestern ist aber schon wieder ein kleines Fruehchen da. Ich hoffe mit kooperativeren Eltern. Mal schauen. Ich versuch mir nicht allzu sehr den Kopf zu zerbrechen ueber Ojok, denn es gibt auch viele schoene Dinge hier.
Gestern habe ich den Dienst auf der grossen Kinderstation verbracht. Leider viel zu kompliziert alles. Knapp 70 Patienten. Ich war 2Stunden damit beschaeftigt Tabletten zu zermoersern und den Kinden zu verabreichen. Puh, ich sag euch! Mit Tabletten kenn ich mich jetzt aus. Krankheiten der Kinder sind fast ausschliesslich Anaemie, Dehydration, Malaria, Diabetes, HiV, Pneumonie. Und Sepsen. Meine letzte Woche will ich wieder zu Robert in Room 7 - Ambulanz. Dort sieht man das meiste und er erlaubt mir das meiste ;-)
Und auf nutrition geh ich nochmal, denn sie alle sind ja so ZUCKER! Und am Dienstag wird auswaerts gearbeitet. Dann muss ich mit Maennerfahhrad und zwei Schwstern in die Pampa Kinder impfen, entwurmen und mal sehn, was noch so. Ich bin gespannt. Die Woche wird sicher schnell rum sein. Ich werde sie geniessen.

Ich gruesse euch mit sonnigen Gruessen nach Deutschland!

Mittwoch, 24. November 2010

Afrika - ach Afrika

Mein kleiner Ojok. Täglich bemühe ich mich, ihm (jetzt schon) 20ml zu füttern. Nach Dienstende schaue ich noch vorbei um ihm auch die 16Uhr Mahzeit zu geben. Doch heute war er weg. Weg? Wie weg? Die kranke Mutter ist entlassen, Die Oma hat das Kind gepackt und ist nach Hause. Das ist nicht möglich!
Mir kommen die Tränen.
Mein kleiner Ojok. Er wiegt noch immer 1300g. Eingewickelt in 3 Decken. Ich schau im Zimmer nach. Die Sachen stehn noch. Er muss noch irgendwo sein. Die Schwestern interessieren sich erst für mich als ich sie tränenerfüllt anschaue. Ich renn übers Gelände. Da sitzt die Oma. Ein Mann hat Ojok auf dem Arm. Anscheinend der Vater, den ich seit meiner Zeit noch nie gesehen habe. Kathy kommt hinzu. Ich versuch ihr zu erklären, dass das KInd endlich Essen braucht und unmöglich nach Hause kann. Die Mutter will dem Kind Kuhmilch gegen oder es eben stillen. Kuhmilch? Stillen? Ich fasse es nicht. Es sieht nicht so aus, als wenn das Kind irgendwas von beidem irgendwann demnächst bekommen wird. Und die letzte Mahlzeit war meine - 13Uhr. Dann habe ich etwas getan, was ich mir nirgendwo sonst trauen würde zu tun. Weinend hab ich ihm den Kleinen weggenommen. Ich werde ihm etwas zu Essen geben, sagte ich. Und ging. Die Oma kam ca. 30minuten später hinterher. Ojok war satt. Immer noch weinend hielt ich ihm im Arm. Unbegreiflich. Afrika. Die therapeutische Milch tut ihm gut. Im Gesicht sieht er schon ein enig voller aus, finde ich. Nunja wie geht es weiter? Die Grandy bleibt noch eine Nacht, denn die Mutter wartet auf Geld, damit sie ihren Krankenhausaufenthalt zahlen kann. Morgen entscheidet sie neu. Ich hoffe zu gunsten des kleinen Ojoks. Bitte denkt an ihn!

Dienstag, 23. November 2010





Montag, 22. November 2010

Praise the Lord im Kreißsaal

Hat man Feierabend, muss man sich Beschäftigung suchen, denn die Abende können lang sein. Meist schau ich auf die Kinderstationen und begrüße die Kinder. Doch vor ein paar Tagen dachte ich, ich schau auch mal im Kreißsaal vorbei, denn in meinen Diensten auf der maternity hatte ich kein wirkliches Glück. Der Kreißsaal war voller Leute. Männer, Frauen, kleine Kinder, Personal. Mitten im Gewühle findet man dann doch noch die Hauptperson. Eine Gebährende. "Can I stay while she is delivering?" Ich bleibe. Ein Kind schreit. Wem gehört das denn wohl wieder und wann ist es geboren? Vor 4 Stunden. Es ist das Erste. Wie das Erste? Na sie bekommt Zwillinge. Wow! Ich bin mitten in einer Zwillingsgeburt. Das schon Geborene liegt eingewickelt leicht kopfüber in einer Ablage. Völlig ausgekühlt, das sieht man ihm an und ich spüre es durch meine Handschuhe. "Please take the baby out!!!" Ohne einen Laut der Mutter kommt das Zweite. Ich versthe nichts,weil nur Luo gesprochen wird. Das einzigste für mich verständliche, was ich vernehmen kann ist "Praise the Lord". Ich nehm das Erstgeborene und schaffe somit Platz für das Folgende, um es auch leicht kopfüber hinlegen zu lassen. Kurz abgesaugt lässt man es liegen. Volle Aufmerksamkeit der Mutter. Die Plazenta löst sich nicht. Ein Handy dient als Lampe auf das "Geburtsgebiet" Erst als die sister in church kommt, kommt auch die Plazenta ;-)
Ein Kind wird endlich warm in meinem Arm. "Please give the second baby, it is very cold" So steh ich da. Zwillinge auf dem Arm. Und alles ist gut!
Dann geh ich wieder nach Hause, diesmal darf wer anders das Blut aufwischen ;-) Ich bin ja eigentlich off duty :-)
Ich sortiere die Kindersachen, die ich mitgebracht habe, nehm von allen Größen etwas und geh auf nutrition zum Verteilen. Ach wie toll sag ich euch. Sie haben sich ja so gefreut. Freude drückt man hier aus, indem man jauchzt/johlt wie die Indianer. Ein Haufen Frauen mit Kindern jault mir Freude zu. Die Sachen werden natürlich gleich angezogen. Ich zeig euch die Fotos alle später. Alles ist also gut angekommen.

Heute ging mein Dienst wieder los. Ich hab mich für nutrition entschlossen. Kinder, die mangel- bzw. unterernährt sind bzw. 2 kleine Frühchen. Ojok - das kleinste mit 1.300g hatte heute immmer noch die kleine Frühchenmütze auf, die ich ihm geschenkt hab. Und den miniBody, der trotzdem noch viiiel zu groß ist. Gestern hatte Ojok zur Freude meinerseits wieder eine Mgensonde. Heute nicht mehr. Warum? Die Erklärungen sind merkwürdig. 2 Fütterzeiten in meinem Dienst. Wieder schaue ich zu wie der Kleine mit dem Löffel versucht wird zu füttern. Vergeblich. Die Hälfte läuft in die Halsfalten, aber nicht in den Mund. Ich versuch sanft, sie zu einem Test zu bewegen. Ich ärgere mich, dass ich nicht einen einzigen Frühchensauger mitgenommen habe. Ich frag, ob ich was versuchen darf. Versichert, ob das Kind irgendwelche Infektionen hat. Ich frage nach einer kleinen Spritze. Es funktioniert prächtig. Der Kleine saugt an meinen kleinen Finger, während ich ihm mit der Spritze Milch in die Mundwinkel gebe. So saugt er 15ml ohne nur einen einzigen Tropfen zu verschwenden. Ihr glaubt, nicht wie ich bzw. wie sich alle anderen gefreut haben. Leider ist der Finger der Großmutter und sowieso aller Ugander zu groß für den winzigen Mund. Das heißt jetzt, er bekommt wenigstens 2 Mahlzeiten mit fingerfeeding durch meinen winzigen Finger :-)

Freitag, 19. November 2010

Ein Tag in der Lira Health Care Unit

Heut möchte ich kurz beschreiben, wie man als volunteer einen Tag in der Lira Clinic verbringt.
Mein Tag beginnt ca. 6Uhr, denn dann geht draußen schon einiges an Gewusel los. Es ist noch finster, sodass ich weiß ich kann noch ca. 1h schlafen. 7Uhr klingelt dann mein Wecker. Zeitig, aber es fällt garnicht so schwer, denn die Sonne geht auf und scheint ins Fenster. So mach ich mich fertig. Kaffeekochen! Irgendwas essbares suchen, gucken ob die Annemarie schon wach ist (was natürlich immer der Fall ist). Dann setz ich mich vor mein Häuschen und genieß mein Frühstück mit Blick in Annemaries Garten. Die Sonne kitzelt den Tau des Grases trocken. Herrlich.
Heute war noch etwas anders als sonst: Beim Gang zur Toilette und Öffnen des Deckels hat mir auch jemand paddelnd guten Morgen gesagt. Wer? Das verrat ich, wenn ich zu Hause bin. Aber es freut mich, dass ich jetzt drüber lachen kann. Heute früh hab ich fast nen Anfall bekommen :-)
Naja 10 vor 8 laufen wir los. Auf ins Panda. Das Panda ist ein kleines rundes Etwas (also sowas wie ein Haus), wo sich alle Mitarbeiter treffen und singen und beten. Ziemlich crazy das Ganze. Schön daran aber ist, dass es keinerlei Unterschiede zwischen Putzpersonal, Schwestern und "Ärzten" gibt. Irgendwie keine Hierarchie oder dergleichen. Danach (ca. 8.25) strömen alle an ihren Arbeitsplatz. Ich war heut nochmal bei den Frauen und im Kreißsaal. Irgendwie kommen tagsüber keine Kinder an :-( Aber es seit letzter Nacht gibt es zwei neue Erdenbürger in der Lira Clinic. Beide wohlauf. Der Kreißsaal war aber voller Leute - für mich nicht nachvollziehbar wer eigentlich die Mutter ist. Ich glaub da sitzen alle rum - Mutter, Vater, Kind, Opa, Oma, Tante, Onkel usw. Um mir Klarheit zu verschaffen, fragte ich eine Frau, welches der beiden Kinder ihres sei. Leider keines - sie hatte einen Abort.
Der Tag auf der maternity-ward ist dann wie folgt: Betten machen, Kreißsaal putzen (man weiß nicht so recht, was ist Rost und was ist altes Blut ;-)), ward-round (quasi Visite), treatment (Medis ausgeben), BZ messen, rumstehn, Dinge holen, Dinge wegbringen, rumlatschen usw... Mein erstes Essen hab ich dann ca. 14Uhr. Heut gabs Chapatis, Ugali, Erbsen und grünes Etwas - suuuper lecker. 15.30 bin ich dann heim. Nun bin ich ein wenig fertig, denn die Hitze und das Rumstehn ist irgendwie anstrengend. Abends mach ich mirs mit der Annemarie gemütlich. Wir essen und gucken Filme (faith like potatoes, Agatha Christie, Don Camillo...). Müde werd ich meist hier schon ab 21Uhr, dann ist es immer noch heiß und man kann nicht einschlafen.
Im Übrigen besuch jeden Tag das klitzekleine Frühchen. Man schätzt es 28 Wochen, aber es macht allen Probleme, weil es nicht zunimmt. 1300g. Stillstand seit 2,5 Wochen. Nächste Woche will ich versuchen, die Schwestern zu überreden, es doch mal mit Magensonde zu probieren, denn zur Zeit wird es den ganzen Tag mit Löffel gefüttert. Eine Tortour für den Kleinen. Genug erstmal! Mir geht es jedenfalls gut. Alle sind super nett, das Essen ist super. Die Kinder sind atemberaubend. Die Mitarbeiter leisten wunderbare Arbeit. Und ich tu was ich kann.

Ich denk an euch im kalten Deutschland. Claudi

Donnerstag, 18. November 2010

Neuer Tag, neues Glück

Bedauerlicherweise musste mich der Robert heute abgeben, denn heute war Kreißsaal angesagt, das heißt putzen und warten. Leider hat bisher noch keine Frau heute entbunden, aber ich bin on call, also jede Minute kanns losgehen. So und jetzt schau ich mir mit der Annemarie erstmal `Don Camillo und Peppone` an ;-) Also bis demnächst. Claudi